Letter from the Karl Barth-Archives

No. 8, 12th December 2006

Introduction

 

In this year's greeting from the Karl Barth Archives, we present two letters from the correspondence between Karl Barth and Willem Adolf Visser 't Hooft. Volume 43 of the Karl Barth-Gesamtausgabe, which also contains the correspondence between Henriette Visser 't Hooft on the one hand and Karl Barth and Charlotte von Kirschbaum on the other, will be available on December 15th. The two letters we present refer to the photograph from 1953 that shows Karl Barth next to Marie Claire Frommel, who was to become engaged to Christoph Barth in September 1957. At that time Karl Barth's son Christoph taught Old Testament in Djakarta, Indonesia. Coincidently, on November 15th , mission 21 in Basel (the former Basler Mission) celebrated the 50th anniversary of M. C. Barth-Frommel's first departure to Indonesia. We join in the best wishes that were expressed by the participants and we add our warm thanks for Mrs. Barth's helpful and constructive involvement in the Karl Barth Archives.

 

With regard to the publication of the Barth-Visser 't Hooft Correspondence, Prof. Lukas Vischer, who himself played and still plays an important role in the ecumenical movement, delivered a lecture on December 7th entitled 'Raum für Gottes Heilsplan'. We are pleased to present excerpts of this speech and we thank Prof. Vischer for his kind permission to do so.

 

With this special material from the Archives, we send out our warmest greetings and best wishes to all for a blessed Christmas season.

Letter from Willem Adolf Visser ’t Hooft to Karl Barth

Lieber Karl,

Es freut mich, Dir ein Bild schicken zu können, das sowohl familiengeschichtliche wie theologiegeschichtliche Bedeutung hat. Du sitzt neben dem Mann der «realized eschatology». Und direkt hinter Dir steht eine junge Dame, die schon irgendwie das eschatologische Ereignis ihres Lebens vorwegnimmt, indem sie gerade diesen Platz aussucht. Ein Schulbeispiel für existentielle Theologie!

Mit herzlichem Gruß,

Wim ’t Hooft

Letter from Karl Barth to Willem Adolf Visser't Hooft Basel, 2. 11. 1957


Lieber Freund!

Ich danke Dir herzlich für das Bild und für die munteren Zeilen,mit denen du es begleitet hast. Sie waren mir ein tröstliches Zeichen, daß du mir wegen alles dessen, was du mich als «natürlich» bezeichnen hörtest, nicht für immer zürnen willst. Gerne habe ich die «junge Dame» hinter mir (und zwischen dem lieben Heinrich Vogel und dem schrecklichen Wingren!) wahrgenommen und identifiziert, wie ich selbst zwischen Florovsky und Dodd denn auch eine bemerkenswerte Vordergrundgruppe bilde! Gerne habe ich mich durch das Ganze an jene drei Hoffnungskonferenzen erinnern lassen, nachdem ich nach Evanston unter dem Eindruck stand, wir möchten damals im Grunde pour le roi de Prusse, d. h. umsonst, gearbeitet haben. Und gerne bin ich nun auch wieder im Besitz dieses Bildes, das mir 1953 von einem Unbekannten (Christoph kann es noch nicht gewesen sein!) gestohlen worden ist.

So nochmals mit Dank und allen guten Grüßen

Dein Karl Barth

"Raum für Gottes Heilsplan" Extracts from Prof. Lukas Vischer's lecture (Münstersaal in Basel, 7th of December 2006)


Die Lektüre dieses Briefwechsels war für mich darum besonders bewegend, weil sich darin die Beziehung zwischen zwei Personen spiegelt, die, jede in ihrer Weise, mein Leben und Denken geprägt haben. Von Karl Barth und seinem Basler Freundeskreis kamen in meiner Jugend- und Studienzeit entscheidende theologische Impulse. Visser 't Hooft verdanke ich den Einstieg in die ökumenische Arbeit.

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